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Auszug Schublade: 

Schublade selber bauen – mit der richtigen Führung klappt es!

von Jun 3, 2019Tipps & Tricks0 Kommentare

Schublade selber bauen – mit der richtigen Führung klappt es!

von | Jun 3, 2019 | Tipps & Tricks | 0 Kommentare

Nicht nur bei meinem ersten Schrankbau stellte ich mir die Frage wie ich die Schubkästen richtig dimensioniere und damit einhergehend welche Schubkastenführungen ich verbaue. Auch bei Schränken aus dem Möbelhaus musste ich feststellen, dass immer zuerst die Schubladen kaputt gingen. Entweder brach der Boden heraus, man hatte die Front irgendwann in der Hand oder die Kugeln der Kugelführung verabschiedeten sich.

Um dir die Auswahl bei der Schubladenauszugswahl zu erleichtern, gebe ich dir in diesem Artikel ein paar Tipps und zeige welche Schubkastenführungen es auf dem Markt gibt und wann welche am sinnvollsten ist, damit du alles einfach verstauen kannst und lange Freude an den Auszugelementen hast.

Begrifflichkeiten

Zunächst einmal kurz zu den Begrifflichkeiten der Schublade. Sie besteht jeweils aus zwei Seitenteilen, den sogenannten Zargen, einem Hinterteil und der Front. Die Front stelle ich oft so her, dass ich diese aufdoppel. Das bedeutet, dass ich das Vorderteil der Schublade aus dem gleichen Material herstelle wie die Seiten und das Hinterteil. Diese können auch ruhig dünner sein. Dann schraube ich ein hochwertiges Holz darauf und bringe an diesem auch den Griff an. Das ist eine sehr einfache und schnelle Art und Weise Schubladen zu bauen.

Um die Maße der Schublade zu definieren, ist es entscheidend, vor Beginn des Baus festzulegen, welche Schubkastenführung du verwenden willst. Zudem ist die Gewichtsbelastung wichtig. Warum erfährst du gleich.

Bei den Führungen gibt es zwei Hauptarten:

  1. Die mechanische Führung
  2. Die klassische Führung

Da ich zu 95% eine mechanische Führung verbaue, lege ich in diesem Artikel auch den Fokus darauf.

Sie unterscheidet sich in Rollschubführungen und Kugelauszügen sowie in die folgenden drei Arten:

  1. Teilauszug
  2. Vollauszug
  3. Überauszug

Wie der Name bereits sagt, kann bei dem Teilauszug die Schublade nur zum Teil ausgezogen werden und ein kleines Stück bleibt im Schrank. Bei dem Vollauszug hingegen kannst du die ganze Schublade herausfahren. Der Überauszug kommt bei mir immer dann zum Einsatz, wenn eine Platte über der Schublade hervorsteht. So kannst du die Schublade weiter vorziehen und erreichst auch den Inhalt ganz hinten.

Bei der klassischen Führung werden Holzleisten verwendet und Nuten gefräst, um ein Gleitelement herzustellen.

Im Folgenden beschreibe ich die Vorteile und die Eigenschaften der Rollschubführung und der Kügelauszuge. Zudem zeige ich dir worauf es bei dem Einbau ankommt.

Rollschubführungen:

Die Rollschubführung ist wohl die einfachste und kostenbewussteste Lösung. Ich habe Sie oft bei Schubladen in der Werkstatt eingesetzt. Sie gibt es in Ausführungen für ein Schubladengewicht sogar bis 100 Kg und in Längen von 250 bis sogar 1000mm.

Verbau

Der Verbau dieser Führung ist sehr einfach. Die Auszugsschiene wird einfach auf die Auszugsschiene aufgelegt und von unten mit den entsprechenden Schrauben befestigt. Das Führungselement wird nach Angabe des Herstellers am Korpus befestigt. Dabei muss unbedingt auf einen waagerechten Einbau geachtet werden, da die Schublade sonst von allein herausfährt oder sich selbstständig einzieht. Nach Befestigung der Schienen wird die Schublade einfach „eingehängt“.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  1. preiswert
  2. einfache Montage
  3. einfache Dimensionskalkulation der Schublade
  4. kein Fräsen von Nuten notwendig
  5. Schublade kann durch „Heraushebeln“ und ohne Lösen von Schrauben komplett entnommen werden
  6. auch erhältlich mit Selbsteinzug (Vollauszugvariante)
  7. auch erhältlich mit Ausrollsicherung

Nachteile:

  1. Die Seitenstabilität ist sehr gering
  2. Schublade kann nicht vollständig ausgezogen werden (bei Teilauszügen) (es gibt auch Überauszüge)

Die einfachen Kugelauszüge beim Schubladenbau:

Die einfachen Kugelauszüge sind eine coole Weiterentwicklung nach den Rollschubführungen gewesen. Man findet sie sehr häufig auch in günstigen Möbeln aus dem Möbelhaus. Bei meiner Frau kam es bei diesen einfachen Ausführungen schon häufig vor, dass durch Überlast in der Schublade sich die Kugeln verabschiedet haben, da die Schublade ja nie voll genug ist 😉

hohe Stabilität und Selbsteinzug

Natürlich gibt es auch Kugelführungen mit Selbsteinzug und höherer Stabilität. Für mein Werkbank-Projekt habe diese z.B. verwendet.

Die erweiterten Kugelauszüge haben den großen Vorteil, dass sie in allen Richtungen Stabilität bieten und sehr einfach zu montieren sind.

Nachteilig ist der Preis. Dieser liegt je nach Ausführung zwischen 2,5€ und 7€ pro Stück. Und es wird immer ein Paar pro Schublade benötigt.

Montage:

Das wichtigste für mich war jedoch immer die Montage.

Hier hatte ich zu Beginn die meisten Fragezeichen im Kopf und habe mich durch viele Blogs und Herstellerseiten gewühlt.

Ausgangspunkt bei der Montage ist bei mir oft das 32er Lochreihensystem, da fast alle Führungen sich nach diesem Standard richten. Was das System ist, erfährst du noch in einem Artikel dazu.

Entscheidend ist immer ob die Schubladenfronten auf der Seite des Korpus aufliegen oder bündig mit diesem sind. Liegen Sie auf, ist der Lochreihenabstand zur Vorderkante immer 37mm.

Die richtige Schubkastenführung finden:

Leider kann ich hier nicht alle Einbaumöglichkeiten und Montageinhalte beschreiben, da dies den Rahmen sprengen würde. In meinen Projektvideos zeige ich dir den Einbau.

Abschließend kann ich dir nur den Tipp geben strukturiert und nach einem Muster deine Schubladenführungen auszusuchen:

 

  1. Klassisch oder mechanisch?
  2. Gewicht?
  3. Rollauszug oder Kugelauszug?
  4. Teil-, Voll- oder Überauszug?
  5. Selbsteinzug ja/nein?
  6. Hersteller

Fazit

"Es muss nicht immer teuer sein. Einfache Rollschubführungen eignen sich sehr gut für die preiswerte Möbelherstellung. Ich schaue manchmal auch auf dem Sperrmüll und finde dort oft sehr gute und teure Schubkastenführungen."

– dein Matthias

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